Die Geistesgesellschaft
Kritik des Kapitalismus und des Sozialismus

 

Damit wir nicht aneinander vorbei reden und jede/r Leser/in weiß, was gemeint ist, werden einige wichtige Begriffe der politischen Ökonomie definiert im folgenden

GLOSSAR

Ausbeutung: unentgeltliche Aneignung des Mehrwerts der Produkte fremder Arbeit auf Grund von Eigentum oder Position. Der Ausbeutungsgrad ist das Verhältnis von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit.

Geld: allgemeines Tauschäquivalent, Wertaufbewahrungsmittel und Wertmaßstab in der Warenproduktion. Im Kapitalismus übernimmt ein Teil des Geldes noch eine weitere, besondere Funktion nämlich als Kapital zur Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.

Kapital: politökonomische Kategorie des Wertes, den sein Eigentümer oder Verfügungsberechtigter in der Produktion einsetzt, um sich den durch fremde Arbeit damit erzeugten Mehrwert kraft seines Eigentumsrechts oder seiner Position anzueignen.

Klassen: große Gruppen von Menschen, die sich wesentlich voneinander unterscheiden nach ihrem Platz im System der gesellschaftlichen Produktion. Klassen unterscheiden sich nach ihrer auf Eigentum oder Position basierenden Verfügungsberechtigung über die Produktionsmittel, nach ihrer Rolle in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung und Entscheidungsfindung und folglich nach der Art der Erlangung und der Größe des Anteils am gesellschaftlichen Reichtum, über den sie verfügen.

Markt: die Sphäre des Warenaustausches als Gesamtheit der jeweils in Konkurrenz zueinander stehenden Kauf- und Verkaufsakte, wobei die Anbieter zu einem möglichst hohen Preis verkaufen und die Nachfragenden zu einem möglichst niedrigen Preis kaufen möchten. Auf dem kapitalistischen Markt vollziehen sich die Warenbeziehungen infolge des elementaren Wirkens der ökonomischen Gesetze des Kapitalismus’ spontan und anarchistisch (Zwangsgesetz der Konkurrenz).

Produktionsverhältnisse (PV): die Beziehungen der Menschen untereinander im gesellschaftlichen Produktionsprozess, die in den Formen der Verfügungsberechtigung über die Produktionsmittel, der darauf beruhenden Stellung und den Beziehungen der Klassen und sozialen Schichten in der Produktion sowie in den Formen der Verteilung der Produkte zum Ausdruck kommt. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen PV der Kooperation und Solidarität (in der Urgesellschaft und in der Geistesgesellschaft) und PV der Konkurrenz und Ausbeutung des Menschen durch den Menschen (in der Sklaverei, im Feudalismus und im Kapitalismus). Die Gesamtheit der PV einer Gesellschaft bildet ihre ökonomische Basis, auf der sich ein entsprechender legislativer (Politik), judikativer (Justiz), exekutiver (Polizei, Armee) und geistig-kultureller Überbau erhebt.

Produktivkräfte (PK): die allgemeinsten Elemente der gesellschaftlichen Produktion. Dazu gehören die Arbeitskräfte (Menschen mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen), die Arbeitsmittel und die Arbeitsgegenstände.

Produktionsweise (PW): die Art und Weise der Produktion und des Austauschs der von der Gesellschaft erzeugten materiellen Güter. Die PW ist die dialektische Einheit der PK und der PV in ihren Wechselbeziehungen. Im Unterschied zu den sich ständig weiter entwickelnden PK sind die PV relativ stabil. Aus anfänglich begünstigenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben die PV immer mehr hinter der Entwicklung der PK zurück, werden dadurch früher oder später zu Fesseln für die PK und müssen durch neue, dem erreichten Stand der PK entsprechende PV ersetzt werden (Gesetz der Übereinstimmung der PV mit dem Entwicklungsstand der PK).